Steuern und Buchhaltung für Marketing-, Design-, Social-Media- und Webagenturen
Kundenprojekte, Freelancer-Rechnungen, Werbebudgets bei Meta und Google: In einer Agentur fließt viel Geld durch die Bücher, das nicht dir gehört.
Typische Steuerthemen deiner Agentur
1. Werbebudgets deiner Kunden
Schaltest du Anzeigen für Kunden über dein eigenes Werbekonto, kommen die Rechnungen von Meta oder Google aus Irland. Du schuldest die Umsatzsteuer selbst über Reverse Charge und ziehst sie als Vorsteuer ab. Die Weiterberechnung an deinen Kunden ist ein normaler Umsatz mit 19 % Umsatzsteuer.
2. Freelancer und Subunternehmer
Designer, Texter, Entwickler: Viele Agenturen arbeiten mit selbstständigen Partnern. Ihre Rechnungen sind Betriebsausgaben. Kommen sie aus dem EU-Ausland, gilt meist Reverse Charge. Achte außerdem auf die Künstlersozialabgabe, die auf Honorare an selbstständige Kreative anfallen kann.
3. Projektabrechnung und Anzahlungen
Bei größeren Projekten stellst du oft Abschlagsrechnungen. Die Umsatzsteuer darauf wird schon mit der Anzahlung fällig. Am Jahresende gehören nicht abgeschlossene Projekte sauber in die Bilanz.
4. Kunden im EU-Ausland
Für Unternehmenskunden in anderen EU-Ländern stellst du ohne deutsche Umsatzsteuer in Rechnung, mit Hinweis auf die Steuerschuldnerschaft des Kunden. Diese Umsätze meldest du in der Zusammenfassenden Meldung.
5. Tools, Software und Hardware
Adobe, Figma, Notion, Canva: Die meisten Tools kommen aus dem Ausland und laufen über Reverse Charge. Computer und Software kannst du über eine Nutzungsdauer von einem Jahr abschreiben.
Buchhaltung, Pflichten und Fristen
Buchführung: UG und GmbH sind Kaufleute kraft Rechtsform. Sie müssen doppelt nach HGB buchen und jedes Jahr einen Jahresabschluss aus Bilanz, GuV und Anhang erstellen. Kleinstkapitalgesellschaften dürfen auf den Anhang verzichten.
Jahresabschluss: Kleine Gesellschaften haben für die Aufstellung bis zu sechs Monate nach Ende des Geschäftsjahres Zeit. Spätestens zwölf Monate nach Ende des Geschäftsjahres muss der Abschluss im Unternehmensregister offengelegt sein. Ans Finanzamt geht er elektronisch als E-Bilanz.
Jährliche Steuererklärungen (Abgabe ohne Steuerberater bis 31. Juli des Folgejahres):
- Körperschaftsteuererklärung: 15 % auf den Gewinn plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf
- Gewerbesteuererklärung: je nach Hebesatz der Gemeinde
- Umsatzsteuererklärung
- Kapitalertragsteuer-Anmeldung, wenn die Gesellschaft Gewinne ausschüttet
Laufend: Umsatzsteuer-Voranmeldungen monatlich oder vierteljährlich, je nach Höhe der Umsatzsteuer im Vorjahr, jeweils bis zum 10. des Folgemonats (mit Dauerfristverlängerung einen Monat später). Vorauszahlungen auf die Körperschaftsteuer am 10. März, Juni, September und Dezember, auf die Gewerbesteuer am 15. Februar, Mai, August und November.
Aufbewahrung: Buchungsbelege wie Rechnungen und Kontoauszüge acht Jahre, Bücher und Jahresabschlüsse zehn Jahre.
Die hier aufgezählten Pflichten von Buchführung über Jahresabschluss bis zu den Steuererklärungen bildet Pluto in einer App ab. Ausgenommen sind Lohnbuchhaltung mit Personal, Auslandssachverhalte, Organschaften, Umwandlungen und Betriebsprüfungen.
Häufige Fragen
Wie buche ich Werbebudgets, die ich für Kunden auslege?+
Die Rechnung von Meta oder Google ist dein Aufwand mit Reverse Charge, die Weiterberechnung an den Kunden dein Umsatz mit Umsatzsteuer.
Muss ich als Agentur Künstlersozialabgabe zahlen?+
Wenn du regelmäßig selbstständige Kreative wie Designer oder Texter beauftragst, kann die Abgabepflicht bestehen. Sie wird an die Künstlersozialkasse gemeldet, nicht ans Finanzamt.
Brauche ich einen Steuerberater für meine Agentur?+
Gesetzlich nicht. Kein Gesetz verpflichtet eine UG oder GmbH, einen Steuerberater zu beauftragen. Verantwortlich für Buchführung, Jahresabschluss und Steuererklärungen ist die Geschäftsführung. Bei komplexen Fällen wie Umstrukturierungen oder Betriebsprüfungen ist ein Steuerberater sinnvoll.
Pluto Tax ist ein Software-Werkzeug zur Unterstützung bei der eigenständigen Erstellung von Steuererklärungen und stellt keine Steuerberatung im Sinne des Steuerberatungsgesetzes dar.
Stand: Oktober 2026