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Steuern und Buchhaltung für Onlineshops, Amazon-Seller und D2C-Marken

Shopify, WooCommerce oder Amazon: Im E-Commerce kommen Warenbestand, internationale Versandumsätze und viele Zahlungswege zusammen.

Typische Steuerthemen deines Onlineshops

1. Versand in andere EU-Länder: OSS

Verkaufst du an Privatkunden in anderen EU-Ländern, gilt ab 10.000 € EU-weitem Jahresumsatz die Umsatzsteuer des jeweiligen Ziellandes. Über das One-Stop-Shop-Verfahren meldest du alle diese Umsätze gesammelt in Deutschland.

2. Warenbestand und Inventur

Als UG oder GmbH bilanzierst du. Zum Jahresende musst du deinen Warenbestand erfassen und bewerten. Ware, die noch im Lager liegt, ist noch kein Aufwand. Erst was verkauft ist, mindert den Gewinn.

3. Marktplätze und Zahlungsanbieter

Amazon, eBay, Shopify Payments, PayPal oder Klarna zahlen gesammelt und abzüglich Gebühren aus. Umsätze, Gebühren und Rückerstattungen müssen trotzdem einzeln nachvollziehbar gebucht werden. Gebührenrechnungen aus dem EU-Ausland laufen oft über Reverse Charge.

4. Werbekosten bei Meta, Google und TikTok

Die Werberechnungen kommen in der Regel ohne deutsche Umsatzsteuer aus dem EU-Ausland. Du schuldest die Steuer selbst über Reverse Charge und ziehst sie im selben Zug als Vorsteuer ab.

5. Retouren und Gutschriften

Rücksendungen mindern Umsatz und Umsatzsteuer im Monat der Erstattung. Sauber gebuchte Retouren verhindern, dass du Umsatzsteuer auf Geld zahlst, das du längst zurücküberwiesen hast.

Buchhaltung, Pflichten und Fristen

Buchführung: UG und GmbH sind Kaufleute kraft Rechtsform. Sie müssen doppelt nach HGB buchen und jedes Jahr einen Jahresabschluss aus Bilanz, GuV und Anhang erstellen. Kleinstkapitalgesellschaften dürfen auf den Anhang verzichten.

Jahresabschluss: Kleine Gesellschaften haben für die Aufstellung bis zu sechs Monate nach Ende des Geschäftsjahres Zeit. Spätestens zwölf Monate nach Ende des Geschäftsjahres muss der Abschluss im Unternehmensregister offengelegt sein. Ans Finanzamt geht er elektronisch als E-Bilanz.

Jährliche Steuererklärungen (Abgabe ohne Steuerberater bis 31. Juli des Folgejahres):

  • Körperschaftsteuererklärung: 15 % auf den Gewinn plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf
  • Gewerbesteuererklärung: je nach Hebesatz der Gemeinde
  • Umsatzsteuererklärung
  • Kapitalertragsteuer-Anmeldung, wenn die Gesellschaft Gewinne ausschüttet

Laufend: Umsatzsteuer-Voranmeldungen monatlich oder vierteljährlich, je nach Höhe der Umsatzsteuer im Vorjahr, jeweils bis zum 10. des Folgemonats (mit Dauerfristverlängerung einen Monat später). Vorauszahlungen auf die Körperschaftsteuer am 10. März, Juni, September und Dezember, auf die Gewerbesteuer am 15. Februar, Mai, August und November.

Aufbewahrung: Buchungsbelege wie Rechnungen und Kontoauszüge acht Jahre, Bücher und Jahresabschlüsse zehn Jahre.

Die hier aufgezählten Pflichten von Buchführung über Jahresabschluss bis zu den Steuererklärungen bildet Pluto in einer App ab. Ausgenommen sind Lohnbuchhaltung mit Personal, Auslandssachverhalte, Organschaften, Umwandlungen und Betriebsprüfungen.

Häufige Fragen

Muss ich als Onlineshop eine Inventur machen?+

Ja. Als UG oder GmbH musst du deinen Warenbestand zum Bilanzstichtag erfassen und bewerten.

Ab wann gilt die Umsatzsteuer des Ziellandes?+

Sobald deine Versandumsätze an Privatkunden in anderen EU-Ländern 10.000 € im Jahr übersteigen. Dann meldest du über OSS.

Wie buche ich Amazon-Auszahlungen?+

Nicht als einen Betrag, sondern aufgeteilt in Umsätze, Gebühren und Erstattungen.

Stand: Oktober 2026