Start › Steuern › Frankfurt am Main

Steuern und Buchhaltung für UG und GmbH in Frankfurt am Main

Frankfurt ist Finanzzentrum, Sitz der EZB und Heimat einer starken Fintech-Szene rund um das TechQuartier. Viele Gründer in der Region vergleichen auch das Umland, denn dort liegen einige Gemeinden mit deutlich niedrigeren Hebesätzen. Hier findest du, welche Steuern, Ämter und Fristen für eine UG oder GmbH in Frankfurt am Main gelten.

Das Wichtigste für UGs und GmbHs in Frankfurt am Main auf einen Blick

Gewerbesteuer-Hebesatz 2026460 %
Effektive Gewerbesteuer auf den Gewerbeertragca. 16,10 %
Körperschaftsteuer inkl. Soli15,825 % (bundesweit gleich)
Gesamtbelastung auf den Gewinn (vereinfacht)ca. 31,9 %
Zuständig für KörperschaftsteuerFinanzamt Frankfurt am Main
Gewerbesteuerbescheid kommt vonStadt Frankfurt am Main

Gewerbesteuer in Frankfurt am Main: 460 % Hebesatz

Jede Gemeinde legt ihren Gewerbesteuer-Hebesatz selbst fest. Frankfurt liegt mit 460 % unter Hamburg (470 %) und München (490 %), aber über Berlin (410 %) und Düsseldorf (440 %).

So rechnest du:

  1. Gewerbeertrag × 3,5 % (Steuermesszahl) = Steuermessbetrag
  2. Steuermessbetrag × 460 % = Gewerbesteuer

Beispiel: Deine UG macht 50.000 € Gewinn

Gewerbesteuer (50.000 € × 3,5 % × 460 %)8.050,00 €
Körperschaftsteuer inkl. Soli7.912,50 €
Summe15.963 €

Wichtig: Anders als Einzelunternehmer haben UG und GmbH keinen Freibetrag bei der Gewerbesteuer. Sie fällt ab dem ersten Euro Gewinn an. Das Beispiel ist vereinfacht und berücksichtigt keine Hinzurechnungen oder Kürzungen.

Rechner

Gewerbesteuer (460 %)8.050,00 €
Körperschaftsteuer inkl. Soli7.912,50 €
Summe15.962,50 €

Finanzamt und Steueramt in Frankfurt am Main

Seit März 2024 gibt es in Frankfurt nur noch ein Finanzamt: Die früheren Finanzämter Frankfurt I bis V und Höchst wurden zum Finanzamt Frankfurt am Main zusammengelegt. Es ist für alle UGs und GmbHs mit Geschäftsleitung in Frankfurt zuständig.

Das Finanzamt setzt den Gewerbesteuermessbetrag fest, den Gewerbesteuerbescheid bekommst du von der Stadt Frankfurt am Main.

Handelsregister und IHK in Frankfurt am Main

IHK-Beitrag: Jede UG und GmbH ist automatisch Pflichtmitglied der Industrie- und Handelskammer, hier der IHK Frankfurt am Main. Der Beitrag besteht aus einem Grundbeitrag und einer Umlage auf den Gewerbeertrag. Anders als Einzelunternehmer bekommen Kapitalgesellschaften dabei in der Regel keinen Freibetrag.

GewerbeertragGrundbeitrag 2026
Verlust oder bis 38.000 €180 €
über 38.000 €360 €

Dazu kommt eine Umlage von 0,14 % des Gewerbeertrags.

Der IHK-Beitrag ist eine Betriebsausgabe. Den Bescheid verschickt die IHK selbst.

Förderung für Gründer in Frankfurt am Main: Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank)

Die Förderbank für Hessen ist die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank). Für junge UGs und GmbHs sind vor allem diese Programme interessant:

Konditionen und Voraussetzungen findest du direkt bei der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank).

Umland mit niedrigerem Hebesatz

Im Frankfurter Umland liegen einige Gemeinden mit spürbar niedrigeren Hebesätzen, allen voran Eschborn.

  • Eschborn: 330 %
  • Bad Homburg v. d. Höhe: 395 %

Eine Verlegung lohnt sich nur, wenn sie echt ist: Maßgeblich ist die tatsächliche Betriebsstätte, nicht eine Briefkastenadresse.

Buchhaltung, Pflichten und Fristen

Buchführung: UG und GmbH sind Kaufleute kraft Rechtsform. Sie müssen doppelt nach HGB buchen und jedes Jahr einen Jahresabschluss aus Bilanz, GuV und Anhang erstellen. Kleinstkapitalgesellschaften dürfen auf den Anhang verzichten.

Jahresabschluss: Kleine Gesellschaften haben für die Aufstellung bis zu sechs Monate nach Ende des Geschäftsjahres Zeit. Spätestens zwölf Monate nach Ende des Geschäftsjahres muss der Abschluss im Unternehmensregister offengelegt sein. Ans Finanzamt geht er elektronisch als E-Bilanz.

Jährliche Steuererklärungen (Abgabe ohne Steuerberater bis 31. Juli des Folgejahres):

  • Körperschaftsteuererklärung: 15 % auf den Gewinn plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf
  • Gewerbesteuererklärung: mit dem Hebesatz von 460 %
  • Umsatzsteuererklärung
  • Kapitalertragsteuer-Anmeldung, wenn die Gesellschaft Gewinne ausschüttet

Laufend: Umsatzsteuer-Voranmeldungen monatlich oder vierteljährlich, je nach Höhe der Umsatzsteuer im Vorjahr, jeweils bis zum 10. des Folgemonats (mit Dauerfristverlängerung einen Monat später). Vorauszahlungen auf die Körperschaftsteuer am 10. März, Juni, September und Dezember, auf die Gewerbesteuer am 15. Februar, Mai, August und November.

Aufbewahrung: Buchungsbelege wie Rechnungen und Kontoauszüge acht Jahre, Bücher und Jahresabschlüsse zehn Jahre.

Die hier aufgezählten Pflichten von Buchführung über Jahresabschluss bis zu den Steuererklärungen bildet Pluto in einer App ab. Ausgenommen sind Lohnbuchhaltung mit Personal, Auslandssachverhalte, Organschaften, Umwandlungen und Betriebsprüfungen.

Häufige Fragen zu Steuern in Frankfurt am Main

Wie hoch ist die Gewerbesteuer in Frankfurt am Main?+

Der Hebesatz liegt 2026 bei 460 %. Das entspricht einer effektiven Gewerbesteuer von rund 16,10 % auf den Gewerbeertrag.

Welches Finanzamt ist für meine GmbH in Frankfurt am Main zuständig?+

Das Finanzamt Frankfurt am Main. Seit 2024 gibt es nur noch dieses eine Finanzamt für das ganze Stadtgebiet.

Brauche ich in Frankfurt am Main einen Steuerberater für meine UG?+

Nein. Kein Gesetz verpflichtet eine UG oder GmbH dazu. Verantwortlich ist die Geschäftsführung. Bei Auslandssachverhalten außerhalb des Standards, Umstrukturierungen oder Betriebsprüfungen solltest du einen Steuerberater hinzuziehen.

Was kostet die IHK für eine UG oder GmbH in Frankfurt am Main?+

Bei der IHK Frankfurt am Main zahlt eine kleine Kapitalgesellschaft (Verlust oder bis 38.000 € Gewerbeertrag) 2026 einen Grundbeitrag von 180 € plus 0,14 % Umlage auf den Gewerbeertrag.

Warum haben so viele Unternehmen ihren Sitz in Eschborn?+

Eschborn liegt direkt an der Frankfurter Stadtgrenze und hat mit 330 % einen deutlich niedrigeren Hebesatz. Steuerlich zählt aber die tatsächliche Betriebsstätte, nicht die Adresse auf dem Briefkopf.

Stand: Oktober 2026